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Über den schrittweisen und schleichenden Verlust des Alten Kirchwegs Benz – Neukirchen

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 Von Katrin Dürwald Der alte  Kirchweg von Benz nach Neukirchen   stammt aus mittelalterlicher Zeit. Die Menschen aus der Gemeinde gingen sonntags aus ihren Dörfern heraus zum Gottesdienst nach Neukirchen. Für die Dorfbewohner, die am Rand der großflächigen Kirchengemeinde lagen, bedeutete das lange Gehzeiten. Dies betraf in der Gemeinde vor allem Kirchgänger aus Treufeld, Högsdorf und Benz. Die Benzer gingen daher nicht entlang offizieller Wege, sondern suchten sich eine ideale Streckenführung mit so wenigen Kilometern wie nötig. Während der Kirchweg von Benz nach Neukirchen gerade einmal 6,5km misst, ist die Strecke über das offizielle Wegenetz 8,5km lang. Leider ist dieser Kirchweg seit den frühen 70er Jahren von verschiedensten Akteuren zerstört worden. Einige Politiker haben diesen Prozess durchaus wahrgenommen und öffentlich kritisiert, aber es gab auch genügend Mitstreiter, die der Verdrängung Vorschub leisteten. Örtlichen Landwirten passte es beispielsweise gar ...

Änderungen in der Erwerbstätigkeit im Zuge des landwirtschaftlichen Strukturwandels der 50er/60er Jahre am Beispiel von Malkwitz

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von Katrin Dürwald Anfang der 50er Jahre wird noch auf neun Höfen in Malkwitz Landwirtschaft im Vollerwerb betrieben. Zwei dieser Höfe werden durch einen Verwalter geführt. Zwei weitere Höfe betreiben die Landwirtschaft im Nebenerwerb. Im Einwohnerbuch von Malkwitz von 1956 geben aber 21 Männer als Beruf „Landwirt“ an. Bei 14 von ihnen handelt es sich um Heimatvertriebene, die Landwirte waren, nun aber zwangsläufig als Landarbeiter oder als Handwerker tätig sind. Den damit einhergehenden beruflichen Abstieg ertragen viele von ihnen nur schwer. Die Bevölkerung von Malkwitz ist durch den Zuzug Heimatvertriebener von 273 (1939) auf 430 (1950) um knapp 36% gewachsen (im Landesdurchschnitt liegt der Zuwachs bei 31%, im Bundesdurchschnitt bei 16,8%). Die Arbeitsplätze im Dorf und in der Umgebung sind aber nicht zahlreicher geworden. Einige Heimatvertriebene leben jahrelang über „Zwangseinquartierung“ in abgetrennten Zimmern einheimischer Bauern. Manche leben unter unwürdigen Bedi...